Wer hat den Vulkan versteckt?
Auf dem Weg zurück nach Auckland wollte ich mir den Mount Taranaki anschauen. Ein weiterer Vulkan, 2518m hoch, der allerdings nicht so ganz mitspielen wollte.
Das Bild gibt ungefähr wieder, wie sich der Berg mir gegenüber präsentierte. Wie man sehen kann, konnte man nix sehen. Ich hatte 2 Tage in New Plymouth verbracht, eine Küstenstadt, die eigentlich einen sehr schönen Blick auf den Berg bietet. Ich hatte nur abends, als ich schon wieder zurück von meiner Wanderung im sehr schönen Regenwald am Mount Taranaki im Hostel war, kurz sehen dürfen, dass es den Berg wirklich gibt. Den Moment für ein Beweisfoto habe ich dann aber verpaßt.
Im Hostel hing ein sehr schönes Bild vom Mount Taranakki aka Mont Egmont. Ich fragte die Hostel Besitzerin wo das Bild aufgenommen wurde. Sie erklärte es mir und plante auch schon genau, wie mein Tag aussehen sollte. Nach der Wanderung am Mount Taranaki sollte noch ein Felsen in Küstennähe, sowie Schwimmen am Strand folgen. Die abgebauten Kalorien sollte ich durch den Verzehr einer bestimmten, sehr fettigen Fish and Chips Wundertüte wieder zu mir nehmen.
Alles war durchgeplant und ich bin sogar zeitig aufgestanden, um das Programm auch ausführen zu können. Der Blick aus dem Fenster sorgte dann für die Ernüchterung. Eine graue Wolkendecke versperrte jegliche Sicht. Im Laufe des Vormittags wurde es noch schlimmer, d.h. regnerischer. Die angeblich beste Kunstgalerie in Neuseeland (Lonely Planet) entpuppte sich als schönes Gebäude, aber die Ausstellung traf nicht wirkich meinen Geschmack. Man konnte z.B. auf 5 Leinwänden aus 5 Perspektiven miterleben, wie ein (künstlicher) Sturm ein Haus zerlegt. Begeisterung kam bei mir irgendwie nicht auf. Auch bei der deutschen Abiturientin Clara aus dem Hostel nicht, die sich auch die Zeit vertreiben wollte, nachdem das Wetter die Pläne zerstört hatte.
Kurz nach Mittag klarte es wenigstens ein klein bisschen auf. Nicht genug, um an der Küste 2 Stunden rumzulaufen und dort einen Felsen zu erklimmen, aber mit dem Wagen konnte man sich wenigstens letzteres ja mal anschauen. Der Fels entpuppte sich als ein längerer steiler Anstieg. Aber im Gegensatz zu voherigen Klettereien, war man hier nach ca. 20 min schon oben angelangt und konnte ein wenig Raten, wo unter den Wolken der Taranaki sich denn verstecken könnte. Ein gelungener Ausflug, wenigstens ein Punkt aus dem geplanten Tagesprogramm konnte abgehakt werden.
Auch der nächste Tag war von der Hostel Managerin durchgeplant. Auf dem Weg nach Norden zu den berühmten Waitomo Caves sollte es erst an der Küste längs gehen und auf dem Weg ins Landesinnere sollte es einige Sehenswürdigkeiten geben. Ich hatte wohl nicht ganz genau zuhören wollen. Im Nachhinein erinnere ich mich an einen Nebensatz. Da war irgendwas mit früh aufstehen.
Die White Cliffs sollten der erste Stopp werden und ein kleiner Spaziergang am Strand sollte folgen. Es wurde ein sehr kleiner Spaziergang, da es ja auch nur ein sehr kleiner Strand war. Der Rest war nur bei Ebbe zu erreichen. Da hätte man halt deutlich früher los gemußt, also eher 7 Uhr als halb zehn. Sah auch so schön aus. Das gleiche passierte dann auch, als wir (Clara wollte auch zu den Caves) die 3 Schwestern sehen wollten. Man konnte ein wenig rumklettern, aber wir bekamen nur eine einzige Schwester zu Gesicht und das auch nur als wir wieder losfuhren von der Straße aus.

Kein uralte Maori Kunstwerk, sondern ein Gesteinstest meinerseits. Urteil: das ist nix für die Ewigkeit
Wie man auf dem Bild sehen kann, ist das kein fester Felsen, sondern recht weicher Sandstein. Eine der 3 Schwestern soll auch schon abhanden gekommen sein.
Es gibt in Neuseeland eigentlich nicht wirklich viele Straßen und man denkt dadurch, dass man eigentlich keine verfehlen kann. Die Straße mit den Sehenswürdigkeiten haben wir dann aber verpaßt. Aber nicht mit Commander (ähh, nicht wundern, ist nur ein hoffentlich richtig wiedergegebenes Filmzitat). Also, mal wieder wenden und mit nachfragen, ging es dann. War wirklich nicht leicht zu erkennen. In den nächsten 40 min haben wir glaube ich nur 4 Autos gesehen und die kamen alle auf einmal. Ansonsten gar kein Verkehr. Nur ein paar verängstigte Schafe, die verschreckt davon liefen.
Die angekündigten Sehenswürdigkeiten hatten es dann aber in sich. Der Wasserfall bekam von uns gute Noten, schön breit und hoch, gute Sicht und ein Weg vom Auto durch schönen Regenwald (wann ist Wald eigentlich Regenwald? Hier ist irgendwie alles Regenwald). Ungewöhnlicher und daher eine Steigerung war die natürliche Brücke. Die haben sie, glaube ich, aus einem Indiana Jones Film geklaut. Zumindest hätte sie da super reingepaßt. Aber es kamen keine Eingeborenen mit Speeren, um uns zu jagen.Auf alle Fälle filmkulissenreif und leider nur begrenzt für einen Fotografen wie mich möglich das so rüberzubringen. Muss man sich man selbst anschauen
Abends ging es übrigens noch zur “Spätvorstellung” um 20 Uhr in die Glowworm Cave in Waitamo. Wir waren nur 7 Leute, was sehr angenehm war, besonders nachdem uns einer im Hostel gesagt hatte, dass er durch die vielen anderen Touristen, die sich daneben benommen hatten (man fasst z.B. keine Stalatiten an!!!) das Ganze nicht mehr so richtig geniesen konnte. Unsere Führerin gab sogar in der “Kathedrale”, einem für ihre Akustik bekannter Teil der Höhle, ein kurzes Maorisches Weihnachtslied von sich.
Glühwürmchen sind so ungefähr die widerlichsten Lebewesen, die man sich vorstellen kann, sehen aber in der Masse im Dunkeln toll aus. Also, wenn man nur das Glühen sieht. Glühwürmchen essen ihre Geschwister, fangen Insekten, die vom Licht angezogen werden, in vertikalen Netzen. Ihre Zeit als Erwachsene ist kurz. Kurz weiterpflanzen, dann verhungern sie. Schon doof, wenn man als Erwachsener keine Organe zum Essen hat, oder? Daher verhungern sie nach wenigen Tagen. Die Höhlentour (nicht Höllentour!!!) endete mit einer Bootsfahrt unter “Glühwürmchen-Himmel”. Wunderschön, irgendwie. Zumindest wenn man ein paar Details ausblenden kann.









