Down Under Part 2: Australia

•März 8, 2010 • 1 Kommentar

Ich wollte noch ein paar Beweisfotos bringen, dass ich wirklich auch in Australien war. Naja, hauptsächlich will ich noch ein paar Fotos unterbringen ;-)

Was man so macht, wenn man auf die Bahn warten muss: Fotografieren

Um diese Absicht ganz deutlich zu machen, fange ich einfach mit einem Foto an, für das ein bisschen Geduld gefordert war. Ich war unterwegs auf dem Bondi Coastal Track und was man ja eigentlich nicht machen sollte, zwei Dinge passten plötzlich: Brandung mit Mädels, die an der Klippe saßen und ein Südostasiate mit Fotoapparat, der ein Foto von dem sehr spassigen „Achtung Klippen“ Schild machen wollte. Alles auf ein Bild rauf.

Do not go near the cliff!

Ich habe ja immer ein zwiespältiges Gefühl bei Zoos. Zum einen hat man die Gelegenheit Tiere zu sehen, die man sonst kaum oder gar nicht sehen würde. Andererseits erinnern mich die Käfige zu sehr an Gefängnisse (nein, das ist jetzt kein Kindheitstrauma). Irgendwie hatte es zum Beispiel viel mehr Spaß gemacht seine/ihre Geschwister in der Freiheit in Neuseeland zu sehen:

In Natur ist doch schöner...

Die Einwohner Australiens hätte ich sonst aber nicht gesehen. Faule Bande, sage ich euch ;-)

Entspannung pur, oder?

So einen Faulpelz habe ich noch:

Faulpelz II: Der könnte wohl selbst an so ungewöhnlichen Plätzen wie in einem Flugzeug schlafen

Ich hätte noch ca. hundert Bilder von der Sydney Oper anzubieten. Aber da kann ich mich nicht entscheiden. Und die Bilder von dem Naturausflug in die Blue Mountains muss ich auch noch durchwühlen. Ich verabschiede mich mal mit einer Abendstimmung. Wird ja auch so langsam spät.

Abendstimmung in Manly

Give me a sign!

•März 7, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe noch sooo viele Fotos, die noch unsortiert bei mir auf der Festplatte lagern. Ich finde persönlich, dass ich mich sogar ziemlich zurückgehalten habe. Ich habe nur ca. 3500 Fotos in Neuseeland und Australien gemacht. Für 7 Wochen geht das doch noch, oder?

Worauf man an dieser Strasse alles so achten muss

Beim Durchsehen der Bildern fielen mir Fotos von diversen lustigen Schildern auf. Spiegel Online hat doch auch öfters Fotostrecken von lustigen Schildern. Und das ist doch eine recht erfolgreiche Seite. Man soll doch von Siegern lernen. Mache ich das einfach auch mal.

Auf Bullshit sollte man immer aufpassen

Die Bullen und die langsamen Kinder gab es übrigens in Akaroa. Da wollte ich hin um mit Delfinen zu schwimmen. Eine französische Siedlung in der Nähe von Christchurch. Sehr zu empfehlen die Gegend.

Wie gefährlich können die denn sein?

Bei solchen Bildern muss und sollte man auch gar nicht viel schreiben. Das nächste Foto habe ich auf der Fähre zwischen Picton und Wellington aufgenommen. Angeblich sprechen die Neuseeländer übrigens englisch. Naja, Fehler passieren halt.

Quite Area? Naja, man weiß ja was gemeint ist

So genug aus Neuseeland. Australien hat ja auch schöne Schilder zu bieten. Gibt es etwa frei herumlaufende Beine?

Achtung, Beine überqueren die Fahrbahn

Die Aussies können auch verwirrender. Wenn man aus denn Einöden Neuseelands kommt kann solch eine Warnung schon sehr hilfreich sein:

Achtung Unmengen von Fußgängern!

Und jetzt mal ein Schild, wo man wahrscheinlich aden schönen Text auf dem Foto nicht lesen kann. Es steht übrigens im Botanischen Garten, neben der Oper.

In deutschen Parks steht immer das komplette Gegenteil

Ich finde den Text toll, daher hier nochmal zum Nachlesen:

„Please walk on the gras…

We also invite you to smell the roses, hug the trees, talk to the birds, sit on the benches and picnic on the lawns.“

Ich muss leider gestehen, dass ich keinen Baum im Park umarmt habe. Ich wollte ja eigentlich nochmal hin…

Ein wenig unscharf, aber irgendwie muss diese Warnung auch dabei sein.

Mind your head, denke ich mir auch immer wieder

Mehr bleibt da nicht zu sagen.

Lost and Found

•Februar 19, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe bei meinen Fotos ein paar entdeckt, die man so zwischendurch präsentieren kann, ohne daraus eine längere zusammenhängende Geschichte zu machen. Okay könnte man auch. Eine über Hostels, eine über Australien, eine über den Westen vom Able Tasman Paark oder Kunst in Neuseeland. Aber wer weiß, ob ich die alle noch schreiben würde.

Fangen wir mit dem Hostel Bild an. Es war mein zweites Hostel: das Lions Den in Coromandel Town. Das Ganze war sehr gemütlich und passend eingerichtet. Im Garten gab es über dem Fluß eine große Hängematte (habe ich erst ganz kurz vor der Abreise gesehen, müsste ich auch noch ein Bild von haben). Es war auf alle Fälle eine Premiere für mich. Ich habe das erste Mal in Madagaskar Bettwäsche geschlafen. Der Löwe ist ja auch ganz groß darauf zu sehen.

Die Bettwäsche passend zum Hostelnamen: Lions Den

Damit ein „Höhepunkt“ den nächsten jagt, kommen wir gleich zu einem neuseeländischen Kunstwerk. In Takaka wird jeden Monat ein (großes) Gemälde öffentlich präsentiert. Man ist zwar nicht immer in der rechten Laune, aber das Bild hat schon was.

Squeeze the Day

Last, but not least, ein kleines Bild von der untergehenden Sonne in Manly. Ich habe schnell noch die Kamera geholt und bin Richtung Manly Wharf geeilt, als ich die vielversprechenden Sonnenstrahlen aus der Richtung sah. Und ich würde sagen, es hat sich gelohnt.

Sonnenuntergang beim Manly Wharf

So schnell publizieren, bevor ich wieder in Deutschland bin…

Wer hat an der Uhr gedreht…

•Februar 17, 2010 • 2 Kommentare

Ich bin inzwischen in Sydney und kann hier noch ein paar Tage verbringen. Die Zeit in Neuseeland ist aus und vorbei. Ich hatte ja schon mal die Relativität der Zeit erwähnt. Mir wurde ja damals schon gesagt, dass 6 Wochen nicht lang seien. Inzwischen muss ich sagen, sie hatte Recht. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Ich habe nicht mal dem Winter in Deutschland genug Zeit gegeben. Ich wollte doch zum „Frühlingsanfang“ wieder da sein. Wie es aussieht komme ich genau in meiner ungeliebtesten Phase zurück, wenn der weiße Schnee zum grauen Matsch wird und es immer wieder ein wenig taut und nachts gefriert. Aber ein Tom soll ja nicht traurig sein:

Ich hoffe, man kann den Text noch lesen, sonst muss ich den noch nachreichen.

Wer hat den Vulkan versteckt?

•Februar 17, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Auf dem Weg zurück nach Auckland wollte ich mir den Mount Taranaki anschauen. Ein weiterer Vulkan, 2518m hoch, der allerdings nicht so ganz mitspielen wollte.

Interessant ist hauptsächlich was man nicht sieht: den Berg

Das Bild gibt ungefähr wieder, wie sich der Berg mir gegenüber präsentierte. Wie man sehen kann, konnte man nix sehen. Ich hatte 2 Tage in New Plymouth verbracht, eine Küstenstadt, die eigentlich einen sehr schönen Blick auf den Berg bietet. Ich hatte nur abends, als ich schon wieder zurück von meiner Wanderung im sehr schönen Regenwald am Mount Taranaki im Hostel war, kurz sehen dürfen, dass es den Berg wirklich gibt. Den Moment für ein Beweisfoto habe ich dann aber verpaßt.

Wer braucht den schon den Berg, wenn es denn solchen Wald gibt?

Im Hostel hing ein sehr schönes Bild vom Mount Taranakki aka Mont Egmont. Ich fragte die Hostel Besitzerin wo das Bild aufgenommen wurde. Sie erklärte es mir und plante auch schon genau, wie mein Tag aussehen sollte. Nach der Wanderung am Mount Taranaki sollte noch ein Felsen in Küstennähe, sowie Schwimmen am Strand folgen. Die abgebauten Kalorien sollte ich durch den Verzehr einer bestimmten, sehr fettigen Fish and Chips Wundertüte wieder zu mir nehmen.

Abendimpression von der Küste bei New Plymouth

Alles war durchgeplant und ich bin sogar zeitig aufgestanden, um das Programm auch ausführen zu können. Der Blick aus dem Fenster sorgte dann für die Ernüchterung. Eine graue Wolkendecke versperrte jegliche Sicht. Im Laufe des Vormittags wurde es noch schlimmer, d.h. regnerischer. Die angeblich beste Kunstgalerie in Neuseeland (Lonely Planet) entpuppte sich als schönes Gebäude, aber die Ausstellung traf nicht wirkich meinen Geschmack. Man konnte z.B. auf 5 Leinwänden aus 5 Perspektiven miterleben, wie ein (künstlicher) Sturm ein Haus zerlegt. Begeisterung kam bei mir irgendwie nicht auf. Auch bei der deutschen Abiturientin Clara aus dem Hostel nicht, die sich auch die Zeit vertreiben wollte, nachdem das Wetter die Pläne zerstört hatte.

Hört ihr's? Der Berg ruft...

Kurz nach Mittag klarte es wenigstens ein klein bisschen auf. Nicht genug, um an der Küste 2 Stunden rumzulaufen und dort einen Felsen zu erklimmen, aber mit dem Wagen konnte man sich wenigstens letzteres ja mal anschauen. Der Fels entpuppte sich als ein längerer steiler Anstieg. Aber im Gegensatz zu voherigen Klettereien, war man hier nach ca. 20 min schon oben angelangt und konnte ein wenig Raten, wo unter den Wolken der Taranaki sich denn verstecken könnte. Ein gelungener Ausflug, wenigstens ein Punkt aus dem geplanten Tagesprogramm konnte abgehakt werden.

Diese Blumen findet man fast überall in Neuseeland

Auch der nächste Tag war von der Hostel Managerin durchgeplant. Auf dem Weg nach Norden zu den berühmten Waitomo Caves sollte es erst an der Küste längs gehen und auf dem Weg ins Landesinnere sollte es einige Sehenswürdigkeiten geben. Ich hatte wohl nicht ganz genau zuhören wollen. Im Nachhinein erinnere ich mich an einen Nebensatz. Da war irgendwas mit früh aufstehen.

Die White Cliffs, bei Flut

Die White Cliffs sollten der erste Stopp werden und ein kleiner Spaziergang am Strand sollte folgen. Es wurde ein sehr kleiner Spaziergang, da es ja auch nur ein sehr kleiner Strand war. Der Rest war nur bei Ebbe zu erreichen. Da hätte man halt deutlich früher los gemußt, also eher 7 Uhr als halb zehn. Sah auch so schön aus. Das gleiche passierte dann auch, als wir (Clara wollte auch zu den Caves) die 3 Schwestern sehen wollten. Man konnte ein wenig rumklettern, aber wir bekamen nur eine einzige Schwester zu Gesicht und das auch nur als wir wieder losfuhren von der Straße aus.

Kein uralte Maori Kunstwerk, sondern ein Gesteinstest meinerseits. Urteil: das ist nix für die Ewigkeit

Wie man auf dem Bild sehen kann, ist das kein fester Felsen, sondern recht weicher Sandstein. Eine der 3 Schwestern soll auch schon abhanden gekommen sein.

Es gibt in Neuseeland eigentlich nicht wirklich viele Straßen und man denkt dadurch, dass man eigentlich keine verfehlen kann. Die Straße mit den  Sehenswürdigkeiten haben wir dann aber verpaßt. Aber nicht mit Commander (ähh, nicht wundern, ist nur ein hoffentlich richtig wiedergegebenes Filmzitat). Also, mal wieder wenden und mit nachfragen, ging es dann. War wirklich nicht leicht zu erkennen. In den nächsten 40 min haben wir glaube ich nur 4 Autos gesehen und die kamen alle auf einmal. Ansonsten gar kein Verkehr. Nur ein paar verängstigte Schafe, die verschreckt davon liefen.

Bilderbuch-Wasserfall

Die angekündigten Sehenswürdigkeiten hatten es dann aber in sich. Der Wasserfall bekam von uns gute Noten, schön breit und hoch, gute Sicht und ein Weg vom Auto durch schönen Regenwald (wann ist Wald eigentlich Regenwald? Hier ist irgendwie alles Regenwald). Ungewöhnlicher und daher eine Steigerung war die natürliche Brücke. Die haben sie, glaube ich, aus einem Indiana Jones Film geklaut. Zumindest hätte sie da super reingepaßt. Aber es kamen keine Eingeborenen mit Speeren, um uns zu jagen.Auf alle Fälle filmkulissenreif und leider nur begrenzt für einen Fotografen wie mich möglich das so rüberzubringen. Muss man sich man selbst anschauen ;-)

Indiana Jones-Filmkulisse

Abends ging es übrigens noch zur „Spätvorstellung“ um 20 Uhr in die Glowworm Cave in Waitamo. Wir waren nur 7 Leute, was sehr angenehm war, besonders nachdem uns einer im Hostel gesagt hatte, dass er durch die vielen anderen Touristen, die sich daneben benommen hatten (man fasst z.B. keine Stalatiten an!!!) das Ganze nicht mehr so richtig geniesen konnte. Unsere Führerin gab sogar in der „Kathedrale“, einem für ihre Akustik bekannter Teil der Höhle, ein kurzes Maorisches Weihnachtslied von sich.

Nachtrag: hinter der Ecke wären die Three Sisters gewesen

Glühwürmchen sind so ungefähr die widerlichsten Lebewesen, die man sich vorstellen kann, sehen aber in der Masse im Dunkeln toll aus. Also, wenn man nur das Glühen sieht. Glühwürmchen essen ihre Geschwister, fangen Insekten, die vom Licht angezogen werden, in vertikalen Netzen. Ihre Zeit als Erwachsene ist kurz. Kurz weiterpflanzen, dann verhungern sie. Schon doof, wenn man als Erwachsener keine Organe zum Essen hat, oder? Daher verhungern sie nach wenigen Tagen. Die Höhlentour (nicht Höllentour!!!) endete mit einer Bootsfahrt unter „Glühwürmchen-Himmel“. Wunderschön, irgendwie. Zumindest wenn man ein paar Details ausblenden kann.

Der Berg ruft!!!

•Februar 8, 2010 • 2 Kommentare

Nach den Tagen an der Küste war mal wieder das Landesinnere und ein wenig Gebirge angesagt. Der Start war allerdings holprig. Und das ist noch sehr milde ausgedrückt. Ich hatte den, zugegebener Maßen nicht gerade perfekten Plan, nach Oamaru nicht in Mount Cook Village zu übernachten, sondern in Lake Tekapo.

Ein Riesensteinmännchen vor einem riesigen Berg: Mount Cook (oder Aoraki), 3754m

Ich dachte, das wäre vielleicht der interessantere Ort. Zwischendurch hatte ich ja auch den Plan, danach direkt nach Kaikuora zum Delphinschwimmen zu fahren. Das wäre ein recht weiter Weg gewesen und Lake Tekapo hätte mir von diesem sehr weiten Weg 120km erspart. Aber Pläne ändern sich hier doch meistens recht schnell. Manchmal kommt man dabei mit seinen eigentlichen Überlegungen nicht ganz hinterher. Ich wußte ja nicht, dass mich Lake Tekapo auch gar nicht haben wollte. Ich denke inzwischen, so verkehrt war das alles auch gar nicht.

Bitte auch auf diese Wasserfarbe achten!!! Wahnsinn!!!

Vom Süden kommend, fährt man an der Straße nach Aoraki/Mount Cook vorbei und muss weitere ca. 50km hinter sich bringen. Doof, wenn man dann im anvisierten Hostel erfährt, dass aber auch gar nichts an günstigen Backpacker Übernachtungsmöglichkeiten frei ist. Michael an der Rezeption des Hostels war so nett, diverse andere Hostels, wenn auch erfolglos, zu kontaktieren. Alles ausgebucht. Als Frau wäre ich noch im YHA untergekommen. Unrasiert wie ich war, war das keine Option. Zelt und Schlafsack hatte ich auch nicht.

On the road to Aoraki

„Wo sollte es denn morgen hin“, wurde ich gefragt. „Mount Cook“. „Warum dann nicht gleich heute?“. Ok, warum eigentlich nicht. Das (einzige) Hostel im Ort hatte auch nichts. Aber Michael hatte noch eine Idee und rief in der Unwin Hut an. Ich hatte den Namen der Hütte erst später mitbekommen und hoffte dann der Name wäre nicht Programm.Ich wusste nur, es hatte was mit dem Alpen Verein hier zu tun.

Das geht von der Ebene ganz schön in die Höhe

Da war wenigstens noch was frei, also schnell hin. Natürlich nicht ohne die obligatorischen Fotopausen. Ich fotografiere übrigens viel zu wenig. Ein Deutscher in der Muellers Hut hat wohl alleine bei einem morgentlichen Spaziergang auf einem Berg 350 Fotos gemacht. Wie ich ja schon mal geschrieben hatte, es ist halt alles relativ. Insgesamt ein Umweeg von 120km. Ich fahr doch sowieso schon mehr als genug…

Da links den grünen Hang ging es hinauf, nur noch viiieeeel höher

Wie sich herausstellte, ist die Unwin Hut auch sehr einfach eingerichtet und man hätte seinen Schlafsack mitbringen sollen. Tja, das konnte ich einfach nicht wissen. Mir wurde erzählt, dass man auch nicht unbedingt einen braucht, da es nachts ja warm genug sei. Natürlich wäre es ein bisschen komfortabler und vielleicht wäre ich dann nicht nachts aufgewacht, um mir mehr Kleidung anzuziehen.

Einer der über 3100 Gletscher Neuseelands. Man achte auf die andersfarbigen "Lakes" links unten. Was für ein Unterschied das Regenwasser so ausmacht.

In der Hütte war eine Bergsteigergruppe. Ein paar übten schon mal mit Seil und auch mit der restlichen Ausstattung vor ihrem anstehenden Ausflug. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich dazugehörig fühlte. Also, ab in die „Stadt“, zumindest dachte ich, dass der Ort etwas größer wäre. Zumindest hatte ich einen Shop, einen Bankautomat und, nicht ganz unwichtig nach meinem übereilten Aufbruch aus Lake Tekapo, eine vernünftige Tankstelle. Es gab zumindest so was in der Art. Man konnte nur mit bestimmten Karten, wie einer Neuseeländischen Kreditkarte, bezahlen oder aber im einzigen Hotel eine Gebühr bezahlen, damit jemand rumkommt. Ich dachte an „I’m walking“ und den fröhlich pfeiffenden Mann, der in der Aral Werbung Benzin holen musste und überlegte, ob ich das ähnlich fröhlich machen würde. Also: Safety first, dann blechen wir halt etwas mehr. Der Benzinpreis war dadurch plötzlich fast in deutschen Dimensionen.

Mount Cook Village und das Tal von oben

In der Hütte kam ich mit einer älteren neuseeländischen Frau ins Gespräch. Sie war Künstlerin und hat auch für die Regierung gearbeitet. Sie brachte mich auf die Idee, die Tour zur Muellers Hut zu machen. Die Aussicht auf die schöne Aussicht überzeugte mich. Der Plan für den nächsten Tag war klar.

Eine Lawine in Action (wenn man genauer hinschaut)

Meine Mitfahrerin tauchte auch plötzlich in der Hütte auf und wir entschlossen uns, noch eine kleine Wanderung zu machen. Der Tasman Glacier versprüht auf den ersten Blick nicht den gleichen Charme wie z.B. der Franz Josef Glacier, da der Schnee unter dem Geschotter höchstens zu erahnen ist. Die Blue Lakes entpuppten sich sich zumindest im Licht der untergehenden Sonne als grüne Tümpel. Sie waren aber noch einladend genug für meine Mitfahrerin, um ins Wasser zu springen.

Wieso flieht man bloß vom deutschen Winter, um dann Strapazen auf sich zu nehmen, damit man Schnee aus der Nähe sieht. Verrückt!
Wie einen „Per Anhalter durch die Galaxis“ schon lehrte, ist es immer hilfreich ein Handtuch dabei zu haben, bzw. in meinem Fall gleich zwei. So konnte ich das größere als Bettdecke missbrauchen. Ich glaube, Douglas Adams hat viele sinnvolle Einsatzzwecke für Handtücher beschrieben, diesen aber vergessen.

Geschafft!!! Das Ziel: Muellers Hut

Die Nacht fing wirklich nicht besonders kalt an, aber irgendwann reichte das Handtuch dann doch nicht aus und man musste ein bisscchen mehr Kleidung anziehen. Aber es ging. Ich war trotzdem froh, dass die nächste Nacht in einem komfortableren Bett in YHA von Mout Cook sein würde.

Ich war wohl doch recht froh, als ich oben angekommen war

Wenn ich mich nicht irre, liegt die Muellers Hut in einer Höhe von 1880m. Nach der Hälfte der Strecke ist man auf einer Höhe von 1250m. Es war also mal wieder eine vierstellige Meterzahl an Höhe, die überbrückt werden musste. Und diesmal fand ich den Aufstieg (und auch den Abstieg) noch schwieriger als bei Roys Peak. Es ging nicht über Schafweiden, sondern man musste über Steingeschotter hochsteigen. Teilweise war es auf dem losen, trockenen Gestein recht steil und rutschig.

Welch eine Aussicht. Das ist schon ein paar Strapazen wert!

Aber unter dem Motto „Never surrender, never give up“ musste das Ziel erreicht werden. Egal unter welchen Verlusten. Auch wenn ich mal wieder mehrfach gezweifelt daran habe. Besonders an dem überhaupt nicht spaßigen steilen und rutschigen Abschnitt. Ein Entgegenkommender meinte allerdings, dass nur noch 100 Höhenmeter zu überwinden seien, bevor der restliche Weg von ca.20 Minuten etwas angenehmer werden würde. Das war einfach zu dicht am Ziel, um noch aufzugeben.

Swim with a view. Dadrin habe ich gebadet. Ohne Beweisfotos. Müsst ihr mir so glauben.

Auf dem Weg fanden sich ein paar Leidensgenossen. Ein Franzmann wollte auf der Hütte übernachten, der wußte, dass er den Weg an diesem Tag nicht wieder zurück musste. Die Frau eines schwedischen Päarchens hat eine Kreuzbandoperation vor sich, nachdem ein 7 Jahre zurückliegender Kreuzbandriss und die späteren Belastungen ein etwas instabileres Knie zurückliessen. Sicherlich eine gewisse Herausforderung und Belastung besonders diesen Weg wieder herunterzulaufen. Aber gemeinsam ertrug sich das Ganze besser.
Endlich kam der Ruf von Vorne, dass man die Hütte sehen kann. Ich fragte nach, ob man sieht, dass sie noch verdammt weg sei. Das war zum Glück nicht der Fall. Allerdings schien es auf dem letzten Teil des Weges, dass die Hütte von Unbekannten immer weiter weggeschoben wurde, aber das ist ja ein altbekanntes Problem.
Die Hütte war sehr modern, sie wurde ja gerade erst vor ein paar Jahren gebaut. Und zum Glück gab es dort frisches Trinkwasser. Bei dem Gedanken an Schnee hatte ich zwar viel zu viel Kleidung mitgenommen, aber zu wenig Wasser. Ist ja nochmal gutgegangen. Und schon wieder hatte ich große Anstrengungen auf mich genommen, um Schneee zu sehen, obwohl ich doch eigentlich extra aus Deutschland vom Winter geflohen war. Seltsam, seltsam.
Zum Glück war die Aussicht auf dem Weg wirklich sehr schön. Man hatte einen guten Blick auf Mount Cook, sowie das gleichnamige Örtchen und diverse andere Gebirgszüge. Es gab auch diverse Lawinen zu bewundern. Zum Glück kündigen sich diese auch durch ein Getöse an, so dass man Zeit hat die Kamera zu zücken und den genauen Ort des Geschehens zu erkunden.
Nach einer ausgedehnten Pause auf der Hütte ging es dann doch irgendwann wieder zurück. Ich hatte nur begrenzt Lust auf den Rückweg, ich wusste ja, was mich erwarten würde. Aber wenigstens wusste ich auch, dass auf der Hälfte des Weges ein netter See (eigentlich war das auch wieder ein Tümpel) auf mich warten würde. Swim with a view. Wo hat man das noch, dass man in einem natürlichen Gewässer Schwimmen kann und auf eine schneebedeckte Gebirgskette schaut? Und das in einer Höhe von mehr als 1200m. Mir fällt da nichts ein. Das Wasseer war noch nicht mal kalt, sonder angenehm erfrischend. Wunderbar. Und die toten Fliegen die auf dem Wasser rumschwammen, erwähne ich mal lieber nicht.

Und noch ein Steinmännchen zum Schluß

Danach ging es dann leider nochmal 1,5h bergab. Ich war froh, als ich endlich im Auto saß und die Dusche und ein geruhsamer Abend immer näher kamen. Ich fragte mich nur die ganze Zeit, wie es möglich war am Morgen zuerst den falschen Weg einzuschlagen. Ich war wohl doch noch nicht so wach und hatte so einen gewissen Umweg durchs Gestrüpp eingeschlagen. Das schönste war wohl das Gefühl, dass man es geschafft hatte und man wurde ja auch durch die schöne und für mich als Norddeutschen sehr ungewohnte Natur belohnt.

 
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